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Kategorien: Posing | Beteiligung | Fahrt- und andere Kosten | Fazit

Folgendes Szenario passiert mir leider immer wieder:
Das Model steht auf Position, Kamera und Licht sind bereit, 2 Bilder geschossen. Doch vor der Kamera passiert nichts, das Model steht einfach nur da und macht nichts. Dann kommt der berühmte Satz, den wohl jeder Fotograf schon zig mal gehört hat “Sag mir was ich machen soll, du bist der Fotograf.”

Hmm, lassen wir uns das mal durch den Kopf gehen. Richtig erkannt, ich bin der Fotograf, meine Aufgabe besteht darin zu Fotografieren, Licht einzustellen und alles abzustimmen. Du bist das Model, deine Aufgabe besteht darin zu Modeln. Was ist hier also falsch?

Aber es geht noch schlimmer. Auf immer mehr Sedcards lese ich solche Sätze wie “Ein guter Fotograf sagt mir was ich machen soll.” Ein absolutes No Go, das zeigt das sich Model überhaupt nicht bemüht und vorbereitet.

Grundsätzlich sollte man als Fotograf erstmal unterscheiden, ob man ein Model oder eine Person fotografiert. Ein Model ist aus meiner Sicht eine Person, die mit mehr oder weniger professionellen Absichten zu einem Shooting geht. Wenn ich mich also zum Beispiel in einer Modelagentur oder Modelkartei eintrage, dann habe ich nicht die Absicht Familienbilder zu machen und gelte somit als Model. Wer einfach nur Bilder von sich haben möchte, für sich selber, Freund/in, Familie what ever, diese würde ich als Person bezeichnen.

Macht man Bilder für einfache Personen, die gern private Erinnerungen haben möchte, dann ist es klar das man als Fotograf hier etwas mehr Arbeiten und Posen und Stellungen anweisen muss. Man kann von seinen Kunden natürlich nicht verlangen das sie sich vorher Posen trainieren und einstudieren.

Für ein Model, welches sich als eines ausgibt und gezielt für Shootings bewirbt, gelten aber etwas andere Regeln. Ich erwarte schon das sich ein Model nicht einfach vor die Kamera stellt und sagt “Nun mach mal, du bist der Fotograf.”, so läuft das nicht. Ein Model sollte sich auf ein Shooting genau so vorbereiten, wie das ein Fotograf auch muss und das Handwerkszeug eines Models ist nun mal das Posen. Natürlich gibt der Fotograf auch Anweisungen, das sollten aber immer nur Hinweise oder eine Richtungsvorgabe sein. Den Rest sollte das Model schon selber bringen können.

Was kann man als Model also tun um zu üben und sich Inspiration zu holen? Da gibt es einige Möglichkeiten. Im Netz gibt es viele Kostenlose Quellen, man einfach mal google bemühen oder auf Youtube schauen. Ein paar Links möchte ich euch hier mit an die Hand geben:

Auf easyposing.de gibt es in Kürze eine Model Training DVD von Ralf Mack, die man jetzt schon preiswert vorbestellen kann. Auf dem Blog von Mary Duprie gibt es reichlich Videomaterial wo Posing, Ausdruck und Techniken für Models erklärt und vorgemacht werden. Einen tollen und umfangreichen Posenkatalog gibt es von Dirk Rosenberger und einen weiteren von Digital Savant kostenlos. Weitere Posen findet ihr bei Akt-Posen, Perfekte Foto-Posen, Glamour.de, Fashion Model Poses (für Männer). Das sollen nur mal ein paar Beispiele sein, viel Input kann man sich auch holen, wenn man sich Bilder von anderen anschaut.

Zum Üben kann man sich einfach mal vor den Spiegel stellen oder mit einer kleinen Digicam selber fotografieren. Man kann mit vielen Fotografen auch sogenannte Testshootings ausmachen, ich bin gern zu solchen Shootings bereit. Diese dienen dann zum Üben und Probieren für das Model, sowie den Fotografen. Das kann dann ganz einfach in lockerer Atmosphäre ohne Druck und Zielsetzung passieren.

Gleiches gilt übrigens auch für Shootingidee und dessen Vorbereitung bei TFP Shootings. Oft bekomme ich Shootinganfragen und wenn ich dann frage was sich das Model vorstellt kommt: “Keine Ahnung, du bist der Fotograf.” Ein Model kann nicht erwarten, das der Fotograf für ein TFP Shooting alles übernimmt. Ich weiß auch nicht was du in deinem Kleiderschrank hast und werde mich hüten für ein TFP Shooting Klamotten für dich zu kaufen. Wenn sich der Fotograf um alles kümmern soll, dann macht kein TFP Shooting sondern gebt dem Fotografen Geld und dann ist es sein Job. Bei einem TFP Shooting sollte die Arbeit auf beide verteilt sein.

Also liebe Models und die die es werden wollen, egal ob zum privaten Vergnügen oder aus kommerziellem Interesse, ich denke damit habe ich euch einiges an Material mitgegeben. Bitte geht nicht mit der Einstellung “der Fotograf macht das schon” zum Shooting, auch ihr seid in der Pflicht euch vorzubereiten und zu Üben.

Schön das dieses Thema auch Profifotografen wie Michael Gelfert so sehen: Model Posing Meinung

PS Kostenbeteiligung: Da ich in diesem Artikel schon viele persönliche Anliegen verfasst habe noch eine Anmerkung zu Kostenübernahmen. Eine Übernahme der Fahrtkosten, Kosten für Kleidung oder andere Dinge die ein Model vielleicht anschaffen möchte kommt für mich nicht in Frage. Ich als Fotograf habe selber Kosten in Technik, investiere noch reichlich Zeit und Aufwand nach dem Shooting für die Auswertung und Bearbeitung der Bilder. Ich denke da ist es nicht zu viel verlangt, wenn das Model den Aufwand hat für ein TFP Shooting den Weg zu mir zu finden ohne Geld dafür zu verlangen, bzw. sich selber um ihre Materialien kümmert. Für Shootings die ich selber plane sehe ich natürlich zu das ich benötigte Accessuars besorge, wenn sie nicht vorhanden sind.

Fazit: Ich erwarte von einem Model das sich auf eine Ausschreibung (TFP) bewirbt oder für ein Shooting (TFP) bei einem Fotografen meldet, das es sich an einige Punkte hält bzw. sich an diesen beteiligt: Pünktlichkeit, Vorbereitung, Schminken/Schminkzeug, in Ideenfindung einbringen, Posen üben. Du erwartest ja schließlich auch das ich meine Technik und Equpiment zur Verfügung stelle und diese beherrsche und ich auf das Shooting vorbereitet bin.